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4. Mai - 22. Juni
Aktionsraum VagabundInnenTreff – Offenes Programm und Pfingstferienwerkstatt
22. Juni
VagabundInnen Landtag mit Performances und Lesungen vor dem Hintergrund des Werks Gusto Gräsers

VagabundInnen Landtag mit Performances und Lesungen vor dem Hintergrund des Werks Gusto Gräsers

VagabundInnen Landtag mit Performances, Künstler*innenbeiträgen und Flugschriften Gusto Gräsers
Freitag, 22. Juni, 16 – 20 Uhr

Mit einer Performance von Jonas Beutlhauser und Elena Carr (Wien, München) mit Kindern und Jugendlichen des Fahrenden Raums, einem
Gastbeitrag von Brigitte Fingerle-Trischler (Leiterin des Mohr-Villa Stadtteilarchiv Freimanns), einer performativen Präsentation und Lesung einer Flugschrift Gusto Gräsers von Maximiliane Baumgartner, sowie weiteren Beiträgen von eingeladenen Künstler*innen. Programm folgt in Kürze.

 

In Kooperation mit dem Mohr-Villa Stadtteilarchiv Freimann.

Künstler, Dichter, Tänzer, Bohemien, Fahrender Vagabund, Naturverehrer, Pazifist sowie Mitbegründer der Künstler*innenkommune Monte Verità in den Schweizer Alpen – Gusto Gräser (1879- 1958) verbrachte wichtige Abschnitte seines Lebens in München. So lebte er die letzten sechzehn Jahre seines Lebens im Stadtteil Freimann und schuf dort ein umfangreiches Werk. Für den Fahrenden Raum ist er Pate des Performativen Gusto Gräser Kinder-Archivs, in dem Kinder und Jugendliche mit Künstler*innen vor Ort seine Schriften performativ befragen und neu interpretieren.

 

In seinen Schriften, Reden und Tänzen, selbst-vertriebenen Kunstkarten, Gedichten, Zeichnungen und Textbildern, die in ihrer Wortdichte die politischen und alltäglichen Verhältnisse seiner Zeit poetisch – aber doch scharfsinnig – beleuchten, widmete er sich in seiner Münchner Zeit all den „Armutigen und Klugverlogenen, der „Thorheiterkeit“ gegen eine „Zuvielisation“, denn so Gräser: „Üppigkeit und Übel stecken in einem Kübel“! In seiner Lebensweise war er ein Fahrender und lehnte jegliche Form von Staatsbürgerschaft und staatlicher Zuschreibung und Zwang, aber auch materiellem Besitz ab und strebte zu einem naturnahen Leben, nicht zuletzt in der Gartenstadt Freimann. Als artist`s artist bilden seine Arbeiten zugleich wichtige Zeitzeugnisse, nicht nur im Lichte der Schwabinger Boheme und dem künstlerischen, politischen Treiben rund um die Münchner Räterepublik, sondern auch im Echo anderer Künstler*innen und Schreiber*innen seiner Zeit: So lässt ihn z.B. Hermann Hesse in seinem Roman «Demian» auftreten, oder auch Ernst Moritz Engert in seinen Schattenrissen.